Embedded Language

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Installation / Videoprojektion / Flachbildschirm / Kopfhörer / HD / 19’ / 2013

Während der „20th International Defence Industry Exhibition MSPO“ 2012 in Polen machte ich ein Interview mit einem Kadermitglied einer polnischen Waffenfirma. Dieses gefilmte und Englisch gesprochene Interview habe ich danach in Montréal in ein Filmsynchronisationsstudio transponiert.
In diesem Studio hat der Synchronsprecher und Schauspieler Jean-Luc Montminy (der unter anderem die französisch-kanadische Stimme hauptsächlich von Bruce Willis und Denzel Washington ist) wie es für Kinoproduktionen üblich ist das Interview, zusammen mit einem Studioregisseur und einem Tontechniker Französisch synchronisiert.
Dieses Moment der Sprach – und Diskursdekonstruktion und Rekonstruktion habe ich mit der Filmkamera festgehalten. Der Synchronsprecher, der in seiner Arbeit immer unsichtbar bleibt und auf der Leinwand die Stimme eines anderen Körpers simuliert und ausschliesslich gehört wird, rückt hier vor die Kamera.
Das Verfahren, in dem ein Synchronsprecher und die technische Apparatur des Kinos eine andere Sprache, andere Wörter in den Mund des Waffenherstellers entwickeln, wird somit sichtbar. Dieser Prozess kann nun die Fragen zu Sprache und Macht und deren un/Sichtbarkeit weiter führen, und die Felder von bewaffneter Politik in Zusammenhang mit Kino mit einbeziehen. Film und Krieg bilden seit Beginn des bewegten Bildes ein komplexes dialektisches Verhältnis, und stehen in der Produktion, der Technik wie auch in der Bildrezeption im engen Zusammenhang, diese Verbindungen zu betrachten steht hier mit zur Diskussion.
Die Verschiebung der komplexen Materie über Waffenhandel von der Dokumentation hin zum Herstellungsort von Fiktion, dem Filmstudio, soll somit Fragen zu politischen und wirtschaftlichen Bezügen ermöglichen.
In der Ausstellung wird das Video mit dem Synchronsprecher auf die Wand projiziert. Das Video mit dem Interview wird auf selber Höhe und Grösse auf einem, in die Wand integrierten Flachbildschirm gezeigt.
Der Ton ist auf Kopfhörern zu hören.

Gefilmt in den Filmstudios Cinélume in Montréal. In Koproduktion mit „Vidéographe“ /Montréal und „La Bande Vidéo“ /Québec.

Unterstützt vom Amt für Kultur Kanton Bern.