Angle vide

Angle vide

Installation / Videorückprojektion / Audio-Surround / 2005

Als wichtiger Teil eines Boxtrainings gilt das „Shadow“, französisch „le vide“, der Kampf gegen den nicht vorhandenen, imaginären Gegner – alleine. Dieser vorgestellte, unsichtbare Gegner und der (Wett)Kampf gegen ihn bilden den Schwerpunkt in „Angle vide“, wozu ich mit professionellen Boxerinnen und Boxern zusammen arbeite.
Wie weit können Gegner und Feinde durch unsere Vorstellung und Interesse konstruiert werden, wie werden sich diese angeeignet? Der unsichtbare Gegner und Feind, allgegenwärtige Gefahr, könnte es doch ein/e Jede/r sein.
Die progressive, physische Veränderung und Erschöpfung, der Verlust der emotionalen Kontrolle und die Konzentration der BoxerInnen werden durch die Aufhebung des Raumes in den Bildaufnahmen und mithilfe der verwendeten „fixen“ Kamera verdichtet sichtbar gemacht.
Diese Bilder werden als Videorückprojektion auf die Leinwand in mitten des Ausstellungsraumes installiert.
Der imaginäre Gegner bildet auch den Inhalt der Audioaufnahmen. Die Boxerinnen und Boxer werden von mir zu diesem „Zustand“ der Vorstellung eines nicht vorhandenen Gegners befragt. Wie versetzen sie sich in eine authentische Kampfsituation mit unsichtbarem Gegner? Wie erleben sie diese Situation gezielter Aggression gegen ein „leeres“ Ziel? etc.
Diese Audioaufnahmen werden im Surroundmodus verwendet und installiert, wodurch sich die Stimmen im ganzen Raum bewegen.

Von dem Video gibt es auch eine Deutsch-untertitelte Version.

Unterstützt von der Abteilung Kulturelles Stadt Bern und dem Amt für Kultur Kanton Bern.